Eine Operation ist geplant, das OP-Team vorbereitet, der Ablauf steht – und kurz vor dem Eingriff entstehen neue Unsicherheiten, die weitere Abklärungen erforderlich machen. Für Kliniken bedeutet das hohen organisatorischen Aufwand, ungenutzte OP-Kapazitäten und verzögerte Versorgung. Genau hier setzt Lynx360 der Lynx Health Science GmbH an. Das System wurde entwickelt, um präoperative Assessments schneller, strukturierter und verlässlicher durchzuführen. Durch einen geführten Workflow und Echtzeit-Qualitätskontrolle unterstützt Lynx360 medizinische Teams dabei, frühzeitig fundierte Entscheidungen über die Durchführbarkeit einer Operation zu treffen. Wie wir dazu beigetragen haben, die komplexen Anforderungen in ein intuitiven und sicheres User Interface zu übersetzen, zeigen wir in dieser Case Study.
Ausgangssituation & Projekt
Präoperative Workflows in Kliniken sind häufig stark fragmentiert. Informationen stammen aus unterschiedlichen Quellen, werden in verschiedenen Systemen erfasst und müssen unter hohem Zeitdruck manuell zusammengeführt werden. Für Lynx360 bestand die Herausforderung darin, diese fragmentierten Abläufe durch einen klaren und verlässlichen Workflow zu ersetzen. Besonders wichtig war dabei, dass Messungen konsistent durchgeführt und die Signalqualität bereits während der Anwendung kontinuierlich überprüft werden. Unsere Aufgabe war es, ein Interface- und Interaktionskonzept zu entwickeln, das Anwender:innen sicher durch Vorbereitung, Messung und Ergebnisdarstellung führt. Ergänzend dazu gestalteten wir das Produkt sowie anwendungsbegleitende Materialien wie die IFU und überprüften zentrale Nutzungsschritte in einer formativen Usability-Studie.
Unser Vorgehen
01
Projektplanung und Kickoff
Zu Beginn des Projekts wurden gemeinsam mit dem Team der Lynx Health Science GmbH die Anforderungen und Projektziele definiert. Direkt zu Beginn wurde deutlich, dass die technische Komplexität des Systems in einen Workflow übersetzt werden musste, der im klinischen Alltag strukturiert, verständlich und zuverlässig funktioniert. Ein besonderer Fokus lag dabei auf einer klaren Nutzerführung, verständlichen Interaktionen und der nahtlosen Integration in bestehende klinische Abläufe.
02
Workflow definieren
Im nächsten Schritt wurde der präoperative Assessment-Prozess in einen konsistenten Ablauf überführt. Ziel war es, die einzelnen Arbeitsschritte so zu strukturieren, dass Anwender:innen sicher durch Vorbereitung, Messung und Auswertung geführt werden. Dabei spielte insbesondere die Gestaltung von Übergängen, Statusanzeigen und Systemrückmeldungen eine zentrale Rolle. Nutzer:innen sollten jederzeit erkennen können, ob ein Schritt erfolgreich abgeschlossen wurde und wann Eingriffe oder Korrekturen erforderlich sind. So entstand ein Workflow, der die Komplexität der zugrunde liegenden Technologie reduziert und gleichzeitig eine zuverlässige Durchführung im klinischen Alltag unterstützt.
03
Iterative Konzeptphase User Interface
04
Konzeptphase Produktdesign
Parallel zur Entwicklung der Interfaces entstanden erste Konzepte für das Produktdesign des Systems. Im Fokus stand dabei die Gestaltung eines Produkts, das sich klar, ruhig und selbstverständlich in den klinischen Alltag integriert. Das Gerät besteht aus zwei Teilen: der LynxBase sowie dem LynxPatch. Die LynxBase bildet den zentralen Interaktions- und Informationspunkt des Systems. Sie führt Anwender:innen durch den gesamten Workflow und dient gleichzeitig als Lade- und Aufbewahrungsstation für den LynxPatch. Der LynxPatch enthält die Sensorik zur Messung. Er wird kabellos auf den Patienten aufgelegt und ist auf eine einfache und sichere Handhabung im klinischen Alltag ausgelegt.
05
Produktdesign im Detail
In der nächsten Phase wurde das Produktdesign gezielt weiter ausgearbeitet und auf die Anforderungen des klinischen Umfelds abgestimmt. Dabei standen insbesondere Ergonomie, Ablesbarkeit und eine sichere Handhabung im Fokus. Die LynxBase erhielt ein geneigtes Display, damit Inhalte sowohl im Sitzen als auch im Stehen gut erfasst werden können. Gleichzeitig integriert die Base die Lade- und Aufbewahrungsfunktion des LynxPatch direkt in den Ablauf und unterstützt so einen strukturierten Arbeitsplatz. Auch der LynxPatch wurde hinsichtlich Form, Größe und Haptik iterativ optimiert. Ziel war eine Gestaltung, die eine schnelle Entnahme, eine sichere Handhabung und eine intuitive Anwendung im klinischen Alltag unterstützt.
06
Formative Evaluation
Um die entwickelten Konzepte unter realistischen Bedingungen zu überprüfen, wurden formative Usability-Tests mit Ärzt:innen und klinischem Fachpersonal aus präoperativen Arbeitsumgebungen durchgeführt. Im Fokus stand dabei die sichere Durchführung zentraler Anwendungsschritte – von der Vorbereitung über die Messung bis zur Interpretation der Systemrückmeldungen. Besonderes Augenmerk lag darauf, wie zuverlässig Nutzer:innen durch den Workflow geführt werden und wie verständlich Status- und Qualitätsinformationen wahrgenommen werden. Die Evaluationen lieferten wichtige Erkenntnisse für die weitere Optimierung von Nutzerführung, Interaktion und Informationsdarstellung und trugen dazu bei, potenzielle Unsicherheiten frühzeitig im Entwicklungsprozess zu identifizieren.
07
Das Ergebnis
Mit Lynx360 entstand ein System, das komplexe präoperative Assessments in einen klar strukturierten und verlässlichen Ablauf überführt. Anwender:innen werden sicher durch Vorbereitung, Messung und Ergebnisdarstellung geführt, während das System die Qualität der Messung kontinuierlich überprüft und direkte Rückmeldungen während der Anwendung liefert. Das Zusammenspiel aus Produktdesign, Nutzerführung und Echtzeit-Feedback unterstützt medizinisches Fachpersonal dabei, schneller zu konsistenten und fundierten Entscheidungen im präoperativen Prozess zu gelangen.
Lassen Sie uns beginnen!
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